Leinwand aufhängen: ein Haken reicht nicht immer

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Leinwandbild mit einer Frau im roten Kleid hängt an einer hellen Wand, seitlich ist die Tiefe des Keilrahmens zu sehen

Ratgeber · Befestigung

Eine Leinwand hat keine Öse. Du entscheidest selbst, wo der Haken sitzt, und genau daran scheitert es meistens. Diese Anleitung sagt, wo er hingehört.

Zur Anleitung

Ein gerahmtes Bild sagt dir, wo es hängen will. Hinten sitzt eine Öse, und die bestimmt den Punkt. Eine Leinwand sagt gar nichts. Hinten ist Holz, und wo der Haken sitzt, entscheidest du.

Keilrahmen von hinten und im Querschnitt: ein Aufhänger mittig bis 60 cm Breite, ab 60 cm zwei Aufhänger im Abstand von einem Drittel der Breite, dazu der Wandabstand von 2 bis 4 cm
Eine Leinwand hat keine Öse. Wo sie hängt, entscheidest du beim Anschrauben.

Leinwand aufhängen: warum sie anders ist als ein Rahmen

Drei Dinge unterscheiden die Leinwand vom gerahmten Poster, und alle drei ändern die Rechnung.

Es gibt keinen vorgegebenen Aufhängepunkt. Du schraubst ihn selbst an den Keilrahmen, meist einen Zackenaufhänger oder zwei kleine Ösen. Das ist ein Vorteil, solange du weißt, wohin.

Sie wiegt rund ein Drittel. Dazu gleich mehr, es ist der Grund, warum ohne Bohren hier mehr geht.

Sie steht von der Wand ab. Ein Standardkeilrahmen ist etwa 2 cm tief, ein Galeriekeilrahmen 3,5 bis 4 cm. Das Bild schwebt dadurch leicht, und es spiegelt nie. Wie sich Glas stattdessen verhält, steht unter Material, Rahmen und Pflege.

Keilrahmen aufhängen: ein Haken oder zwei

Hier fällt die Entscheidung, und sie hängt an einer einzigen Zahl.

Bis 60 cm Breite reicht ein Aufhänger, mittig am oberen Querholz. Darüber brauchst du zwei, sonst verzieht sich der Rahmen über die Jahre und das Bild hängt irgendwann schief, obwohl der Haken gerade sitzt.

Die zwei Punkte sitzen nicht an den Ecken, sondern jeweils ein Drittel der Breite von außen. Bei einer Leinwand von 90 cm also 30 cm von links und 30 cm von rechts.

Noch eine Sache, die häufig schiefgeht: Schraub den Aufhänger ins Querholz, nicht in die Leinwand. Der Keilrahmen ist innen hohl. Setzt du die Schraube zu weit innen, greift sie ins Nichts.

Bis 60 cm: ein Aufhänger mittig. Ab 60 cm: zwei, jeweils ein Drittel der Breite von außen.

Leinwand aufhängen ohne bohren: was wirklich hält

Jetzt der Vorteil, den eine Leinwand gegenüber jedem Rahmen hat, und er ist größer als die meisten vermuten. Es geht um das Gewicht, und dieser Unterschied dreht die ganze Frage nach dem Bohren um.

Gewichtsvergleich bei 60 mal 80 Zentimetern: Leinwand auf Keilrahmen rund 1,3 Kilogramm, gerahmtes Poster mit Glas rund 4 Kilogramm
Dasselbe Format, ein Drittel des Gewichts. Daran hängt die ganze Frage nach dem Bohren.

Ein gerahmtes Poster in 60×80 wiegt mit Glas und Rückwand schnell 4 kg. Das Glas allein macht davon rund 2,5 kg aus. Dieselbe Fläche als Leinwand auf Keilrahmen liegt bei etwa 1,3 kg.

Das ändert die Antwort auf die Bohrfrage grundlegend. Ein Klebenagel ist laut Hersteller für 1 kg ausgelegt. Bei einem gerahmten 60×80 ist das chancenlos, bei einer Leinwand reichen zwei Klebelösungen nebeneinander für genau dieses Format.

Die Grenzen bleiben trotzdem. Klebelösungen brauchen einen glatten, tragfähigen Untergrund. Auf Raufaser, Kalkfarbe oder frischem Putz halten sie nicht, dort reißt die Tapete mit ab. Und über einem Bett oder einem Sofa, auf das sich jemand setzt, gehört auch eine leichte Leinwand an eine Schraube. Welche Befestigung was trägt, steht ausführlich im Ratgeber Bilder aufhängen.

Die Befestigung steht, es fehlt das Motiv

Leinwand spiegelt nicht. Deshalb funktioniert sie an Wänden, an denen gerahmte Bilder gegen Licht verlieren.

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Leinwand befestigen: die Höhe und der Abstand zur Wand

Für die Höhe gilt dieselbe Zahl wie bei jedem Bild: An der freien Wand liegt die Bildmitte auf 145 cm. Über einem Möbel zählt die Möbelkante, dort bleiben 15 bis 25 cm.

Beim Keilrahmen kommt eine Feinheit dazu. Der Aufhänger sitzt nicht ganz oben, sondern meist 3 bis 5 cm unterhalb der Oberkante. Wenn du die Schraube auf die errechnete Bildmitte setzt, hängt das Bild am Ende zu hoch.

Richtig gerechnet: Bildmitte plus halbe Bildhöhe ergibt die Oberkante, davon ziehst du den Abstand des Aufhängers ab. Bei einer Leinwand 60×80 mit Mitte auf 145 cm liegt die Oberkante bei 185 cm, die Schraube also bei rund 181 cm.

Welches Format zu welcher Wandbreite passt, steht unter die richtige Postergröße.

Mehrere Leinwände aufhängen

Für Gruppen gelten dieselben Regeln wie bei gerahmten Bildern, mit einem Zusatz.

Der Abstand zwischen zwei Leinwänden darf etwas größer sein als zwischen Rahmen, also eher 8 als 5 cm. Grund ist die Tiefe: Zwei Keilrahmen dicht nebeneinander werfen Schatten aufeinander, und dann sieht die Gruppe gedrängt aus, obwohl die Maße stimmen.

Wie du die Gesamtbreite einer Gruppe ausrechnest und welche Anordnung wofür taugt, steht in Bilderwand gestalten.

Ein Ort, an dem Leinwand jedem Rahmen überlegen ist: das Treppenhaus. Dort fällt das Licht von oben und seitlich ein, also genau im Spiegelwinkel. Glas zeigt dann das Fenster, Leinwand zeigt das Motiv.

Häufige Fragen

Wie hängt man Leinwände ohne Rahmen auf?

Mit einem Aufhänger, den du selbst hinten an den Keilrahmen schraubst, meist einem Zackenaufhänger. Wichtig ist, ins Querholz zu schrauben und nicht in die hohle Mitte. Bis 60 cm Breite reicht ein Aufhänger, darüber gehören zwei an den Rahmen.

Wie befestige ich eine große Leinwand an der Wand?

Ab etwa 60 cm Breite mit zwei Aufhängern, jeweils ein Drittel der Breite von außen, und an Dübel und Schraube statt an Klebelösungen. Große Keilrahmen verziehen sich sonst über die Jahre und hängen schief, obwohl der Haken gerade sitzt.

Wie kann ich mehrere Leinwände aufhängen?

Wie eine Bilderwand, nur mit etwas mehr Luft dazwischen: eher 8 cm als 5 cm. Keilrahmen stehen von der Wand ab und werfen Schatten aufeinander, dicht gehängt wirkt die Gruppe dadurch gedrängt.

Kann man eine Leinwand ohne Bohren aufhängen?

Bei kleinen und mittleren Formaten ja. Eine Leinwand in 60×80 wiegt rund 1,3 kg, ein gerahmtes Poster desselben Formats mit Glas rund 4 kg. Voraussetzung ist ein glatter, tragfähiger Untergrund. Auf Raufaser und Kalkfarbe hält keine Klebelösung.

Auf welcher Höhe hängt man eine Leinwand?

Bildmitte auf 145 cm an der freien Wand, über einem Möbel 15 bis 25 cm über der Kante. Rechne den Abstand des Aufhängers zur Oberkante mit ein, meist 3 bis 5 cm, sonst hängt das Bild zu hoch.

Spiegelt eine Leinwand?

Nein, und das ist ihr größter Vorteil gegenüber gerahmten Bildern. An Wänden gegenüber Fenstern, unter Deckenstrahlern und im Treppenhaus funktioniert Leinwand deshalb dort, wo Glas das Motiv unsichtbar macht.

Bereit für deine Wand?

Erst die Breite messen und entscheiden, ob ein Aufhänger reicht. Dann das Gewicht gegen den Untergrund abwägen. Dann die Höhe rechnen, mit dem Abstand des Aufhängers. In dieser Reihenfolge hängt die Leinwand beim ersten Versuch gerade.

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Lisa Werner, verantwortlich für Design und Projektmanagement bei nterya

Über den Autor

Lisa Werner verantwortet Design und Projektmanagement bei nterya. Sie arbeitet täglich mit den Formaten aus diesem Ratgeber und mit der Frage, welches davon an welche Wand gehört.

Publisher: nterya Interior Design GmbH, eigene Designs, Druck in Deutschland.